Burnout Definition

Definition Burnout

 

Der New Yorker Psychoanalytiker Herbert Freudenberger war einer der ersten, der den Begriff Burn-Out in einem psychologischen Zusammenhang gebrauchte. Sein Artikel „Staff Burn-Out“ aus dem Jahr 1974 ist das Gründungsdokument der Burnoutforschung. Freudenberger schlug damals selbst im Wörterbuch nach und fand:

 

„The dictionary defines the verb “burn-out” as “to fail, wear out, or become exhausted by making excessive demands on energy, strength, or resources.” And that is exactly what happens when a staff member in an alternative institution burns out for whatever reasons and becomes inoperative to all intents and purposes.“

 

Das Wort ist also keine psychologische Erfindung, sondern kann sprachlich weit zurück verfolgt werden. Viele Definitionsversuche wurden unternommen, obwohl das Wort wie erwähnt selbsterklärend ist. Matthias Burisch gibt in seinem Standardwerk („Das Burnoutsyndrom“) einen guten Überblick und bespricht die historischen Schwierigkeiten bei der Begriffsfassung.

Über die Jahre der Tätigkeit an der Uni haben ich folgende Defintion entwickelt:  Burn-Out ist ein prozesshaftes Geschehen, in dessen Kern die zunehmende psychophysische Erschöpfung durch chronischen Stress steht unter häufiger ursächlicher Beteiligung des beruflichen Umfeldes.

Zwei Aspekte sind dabei wichtig. Es handelt sich erstens um einen Prozess, der zumindest über Monate geht. Und in diesem Prozess gibt es zwei Phasen. Diese Phasen lassen sich neurobiologisch gut voneinander unterscheiden und man kann sie in Anlehnung an Hans Selyes Stresstheorie Widerstandsphase und Erschöpfungsphase nennen. Alle anderen Phasenmodelle (bis zu Freudenbergers 12 Phasen) muss man sich eher so vorstellen: die Phasen können auch parallel existieren bzw. ist die Reihenfolge nicht exakt zwingend.

Zweitens steckt in dieser Definition die Behauptung: kein Burn-Out ohne Stress. Man kann also viel oder lange arbeiten ohne auszubrennen, wenn es sich um eine im Großen sinnvolle, bewältigbare und zumindest manchmal erfreuliche Aufgabe handelt. Umgekehrt hatte ich Fälle wo 20h für ein Burnout ausgereicht haben. Typische Begriffe, die mit Stress zusammenhängen: unangenehme soziale Situation im Beruf, unbewältigbar, unklar, sehr wechselhafter oder tyrannischer Chef/in, Aufgabe passt nicht zur Persönlichkeit und „low control – high demand“. 

 

 

Eine Definition, die häufig zitiert wird, stammt von Christa Maslach, der amerikanischen Burn-Out Pionierin. In der Übersetzung von Burisch (2006, S. 17) lautet diese: Burn-Out ist „ein Syndrom emotionaler Erschöpfung, Depersonalisation und persönlicher Leistungseinbußen, das bei Individuen auftreten kann, die in irgendeiner Art mit Menschen arbeiten. Es ist eine Reaktion auf die chronische emotionale Belastung, sich andauernd mit Menschen zu beschäftigen, besonders, wenn diese in Not sind oder Probleme haben.“ Man merkt schon, dass dies in dem Sinne überholt ist, da Burnout kein Vorrecht sozialer Berufe ist. Jedoch gibt es Aspekte bei Maslach, die allgemein übertragbar sind.

Die drei erwähnten Symptombereiche (emotionale Erschöpfung, Depersonalisation und Leistungseinbußen) sind die Dimensionen des Maslach Burnout Inventory (MBI) und beschreiben das Phänomen Burn-Out so:

1. Emotionale Erschöpfung als die basale Dimension. Sie umfasst das Gefühl der Überforderung und des Ausgelaugtseins bezüglich der eigenen psychischen und körperlichen Reserven. Mit dem Energiemangel verbunden sind Symptome wie Müdigkeit und Niedergeschlagenheit sowie das Auftreten von Anspannungszuständen. Zu beobachten sind in diesem Zusammenhang zudem häufig eine Unfähigkeit, sich in der Freizeit zu entspannen, und Schlafstörungen. An körperlichen Beschwerden werden Magen-Darm-Symptome, Kopf- und Rückenschmerzen und eine vermehrte Anfälligkeit für Infekte genannt.

2. Zynismus/Distanzierung/Depersonalisation. Aus dem idealisierten Verhältnis zur Arbeit, die meist mit positiven Erwartungen begonnen wurde, entwickelt sich zunehmend Frustration mit anschließender Distanzierung von der Arbeit. Dies ist verbunden mit Schuldzuweisungen für die verändert erlebte Arbeit und einer Verbitterung gegenüber den Arbeitsbedingungen. Diese Frustration führt schließlich zu einer Abwertung der Arbeit und zum Zynismus, der sich oft auch gegen Arbeitskollegen und Klientel richtet. Dies wiederum bedingt beim Betroffenen Schuldgefühle. Häufig wird auch ein Gefühlsverlust (Depersonalisation) beobachtet.

3. Verringerte Arbeitsleistung. In der Selbsteinschätzung besteht der Eindruck einer nachhaltigen Minderung der Arbeitsleistung, Kompetenz und Kreativität u.a. durch Konzentrationsstörungen und Arbeitsunzufriedenheit.